Hubertusjagd in Stücken 2011

Es ist Sonnabend der 08.10.2011. Blau weißer Himmel, scharfer Wind aus Westen und eine Temperatur wo man auch schon mal gern zum Glühwein greift. Zum Glück gibt es dicke Jacken und Decken. Um 10.00 Uhr herrscht reges Treiben auf dem Reitplatz hinter der Dorfstraße. Zelte und Sitzgarnituren sind aufgebaut und es gibt Kaffee und Kuchen sowie Schmalzstullen und Gurken. Reitfreunde und Zuschauer finden sich zum Reiterfrühstück ein. Aus den Lautsprechern dröhnt die Musik. Aber nur so lange bis Matthias Deckert, erster Vorsitzender des Reitverein „Lützow" Stücken e.V., das Wort ergreift und alle Teilnehmer und Zuschauer begrüßt. Er erklärt kurz das Prozedere, ermahnt alle Teilnehmer zur Disziplin und zeichnet den Verlauf der Strecke. Dann übergibt er das Mikrofon an den Master der Reiterei, Reiner Fischer, der zweite Vorsitzende des Reitvereines. Herr Fischer bittet zuerst darum eine Schweigeminute für den Reitfreund Dr. Bodo Hertsch aus Tremsdorf einzulegen. Er war am Montag bei einem tragischen Unfall tödlich verunglückt. Dann erklärte er kurz die Regeln, die für die Reiter bindend sein sollten und sogleich eröffnet er die diesjährige Fuchsjagd. Die Jagdhornbläser der Jagdgesellschaft eröffnen ihrerseits die Fuchsjagd mit kräftigen (Luft-)Stößen ins Horn. Begleitet wird die Reitergruppe von einem Tross Kremsern. Und schon geht es los. Die Reiter bahnen sich den Weg über die Heide und durch die Wälder auf einem vorgezeichnetem Weg. Unterwegs wurden allerlei Hindernisse aufgebaut die es zu überwinden galt. Nicht immer hatten die Pferde Lust über die Hindernisse zu springen, oder lag es doch an den Reiter/die Reiterin. Von Weitem war nicht immer klar wer die Zügel in der Hand hat. Unterdessen fuhren die Kremser auf den Wegen in der Nähe der Reitroute. Immer wieder waren die Reiter, mal nah und mal fern, zu beobachten, wenn sie aus den Wäldern auftauchten und mal im gestreckten Galopp oder mal gemütlich trabend vorbeizogen. Zuerst fuhr der Treck in Richtung Schlunkendorf um kurz vor dem Ort in Richtung Kähnsdorf abzubiegen. Die Jagdhornbläser gaben immer wieder Stücke aus Ihrem Repertoire zum Besten und trugen somit erheblich für die gute Stimmung auf den Kremsern bei. Nach gut zwei Stunden waren alle an der Pausenstation am Seddiner See angekommen. Fleißige Helfer hatten derweil Tische und Bänke vom Reitplatz in Stücken zum Seddiner See transportiert und aufgebaut. Hier konnte man sich mit einer kräftigen Kartoffelsuppe, Bockwurst oder Knacker stärken. Schließlich ist es ja ziemlich anstrengend zwei Stunden auf einem Kremser zu sitzen. Nach gut einer Stunde hieß es „Aufsitzen". Der erfahrene „Fuchs" wollte ja noch ins Wasser. Daraus wurde nichts. Erst als sich eine junge Frau vorwagte und mit ihrem Pferd ins Wasser ging trauten sich die anderen auch (wie bei den Pinguinen, springt einer springen alle). Jetzt zog der Tross weiter. Über Fresdorf ging es zurück nach Stücken. Da bisher alles gut ging, war klar das noch etwas passieren musste. Kurz vor Stücken war es dann soweit, einer der Kremser hatte einen „Platten". Mit Holzrädern wäre das nicht passiert. Auf jeden Fall brachte dies noch einmal eine halbe Stunde Pause und jede Menge guter Ratschläge an den Kutscher, wie man repariert. Er drohte schon mit dem Schlüssel. Nach erfolgter Reparatur ging es zurück zum Reitplatz. Früher fand dann auf den weiten Feldern vor dem Weinberg die wilde Hatz auf den Fuchs statt. Einem vorauseilenden Reiter musste der an seiner Schulter angebrachte Fuchsschwanz abgerissen werden. Aus Sicherheitsgründen wird auf dieses Spektakel verzichtet und die Reiter müssen zu Fuß den Fuchs einfangen. Fänger des Fuchses und somit neuer Fuchs fürs nächste Jahr ist Jan Peters. Er kommt vom Reit- und Fahrverein „Schwanebeck" e.V. aus Baitz. Trotz verbesserter Sicherheitslage verletzte sich doch ein Reiter leicht. Allerdings nicht beim Spurt auf die Hütchen, sondern schon vorher im undurchsichtigen Fichtendickicht. Er wurde von mitfahrenden Sanitätern des DRK versorgt. Unklar blieb derweil ob das Pferd sich weigerte weiter mit dem Reiter ein Team zu bilden oder ob der Reiter aus Unachtsamkeit einfach vom Pferd gefallen ist. Im Übrigen wird der älteste Teilnehmer der Hubertusjagd, Dr. Sommerfeld, demnächst 75 Jahre alt.
Nach der Fuchsjagd findet traditioneller Weise das Jagdgericht statt. Hier werden den Reitern ihre Fehler und Verfehlungen unter die Nase gerieben und bestraft. Zum Beispiel mit Stockhieben oder Geldstrafen. Die Stockhiebe waren nicht echt, dass Geld schon.
Ein gelungener und unterhaltsamer Tag klang am Abend mit dem Reiterball im Landhaus „Zu Stücken" aus.

D. Hase

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