Stücken 05.11.2011:
Es ist 16.00 Uhr auf einer Lichtung im Wald nahe Stücken. Ein kleines Lagerfeuer lodert auf der Lichtung und so langsam rollt ein Auto nach dem Anderen vor. Alsbald sind die Mitglieder der Hegegemeinschaft und die Gäste der Hubertusfeier eingetroffen. Die Abenddämmerung legt sich langsam über den Wald und der Nebel beginnt zögerlich vom Waldboden aufzusteigen. Eine Kutsche bringt unter Anderen einige Mitglieder der Jagdhornbläsergruppe „Kunersdorf" zum Veranstaltungsort am ehemaligen Gehege. Allen anderen Besuchern wird der Weg, durch entzündete Schwedenfeuer, entlang des Weges durch den Wald, beleuchtet. Sammelpunkt und Ort der Veranstaltung ist am alten Futterhaus des ehemaligen Wildgeheges für das eingebürgerte Damwild.
Anlässlich des 35. Jahrestages der Einbürgerung von Damwild in der Stückener Heide findet eine Hubertusfeier, veranstaltet durch die Hegegemeinschaft „Kunersdorf - Stückener - Heide", statt. Im Rahmen der Feier wird ein Gedenkstein mit Inschrift zur Erinnerung an die Einbürgerung feierlich enthüllt. Musikalisch begleiten die Parforcehornbläsern der Jagdhornbläsergruppe „Stückener Heide" unter der Leitung von Helmut Ludwig, die Veranstaltung. Helmut Ludwig ist es auch der durch die Veranstaltung führt und die Festrede hält.
In seiner Rede stellt der Weidgenosse Ludwig seine Sicht der humanistischen Werte des Hubertsbrauches heraus und verknüpft sie mit der heutigen Gesetzgebung. Er zeichnet den Weg des Geheges von der Idee über freiwillige Aufbaustunden bis hin zur vollständigen Umsetzung des Projektes mit der Entlassung der Tiere aus dem Gehege. Untermauert wird die Darstellung mit einer akribisch zusammengestellten Statistik. Er erinnert an die Initiatoren des Geheges und nennt den bereits verstorbenen Heinz Eichelbaum, den „Vater der Damwildeinbürgerung". 1975 wird unter den Bedingungen der DDR-typischen Mangelwirtschaft, durch die Jäger der Jagdgesellschaft „Georgi Dimitroff" Potsdam/Beelitz, damit begonnen, dass Gehege in der Stückener Heide aufzubauen. Bereits Ende des Jahres ziehen die ersten vier Tiere ein. In den darauffolgenden Jahren vermehrte sich der Bestand und es kamen von außen weitere Tiere hinzu. 1980 werden dann 55 Tiere in die Freiheit entlassen. Voller Stolz berichtet Ludwig davon, wie sich das Damwild bis zum heutigen Tag weiterentwickelt und verbreitet hat.
Auf diese Erfolgsgeschichte aufbauend hat Ingo Lembcke, ebenfalls Mitglied der Hegegemeinschaft, die Idee einen Gedenkstein zur Erinnerung zu errichten. Die Idee der Einbürgerung des Damwildes soll auch für weitere Generationen bewahrt und weiter getragen werden. Mit schwerer Technik setzte Dietmar Sandvoß die Idee in die Tat um.
Nach gut einer Stunde, die Nacht war bereits hereingebrochen, endete die Hubertusfeier. Es war ein besonderes Erlebnis dem klaren Klang der Parforcehörner im dunklen Wald, mit seiner hervorragenden Resonanz, zu lauschen. Nur das leise Knistern der Lagerfeuer war noch zu vernehmen.

D. Hase

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